Bist du unsterblich?

Ja. Die Frage ist ernst gemeint. Oder warum lebst du so vor dich hin? Hoffst auf Urlaub, das Wochenende, besseres Wetter? Beschwerst dich über Kleinigkeiten und regst dich mal wieder über den blöden Kollegen auf? Ich habe früher auch so gelebt. Es war mir natürlich klar, dass ich nicht unsterblich bin, aber ich habe mich über alles und jeden aufgeregt, habe die schlechte Laune meiner Mitmenschen ausschließlich auf mich bezogen und gehofft, dass sich die Kollegen oder die Familie endlich ändern. Ich habe Ferien, Urlaub oder das Wochenende herbeigesehnt, weil da bestimmt alles besser wird. Ich hoffte auf die Zukunft und lebte in der Vergangenheit.

Deine Lebenstage verstreichen, egal, was du denkst oder tust.

Das wurde mir vor einigen Jahren schlagartig klar. Ich sah es vor mir wie auf einem Kalender, an dem man die Tage zum Beispiel bis zu den großen Ferien wegstreicht. Jeder einzelne verdammte Tag ist mein Leben, dachte ich. Wenn ich abends ins Bett gehe, dann streiche ich den Tag. Er ist vorbei und kommt nie wieder. Also, mach was draus. Genieße die Augenblicke. Nutze jeden Moment. Vertue ich mein Leben mit meckernden Kollegen, maulender Verwandtschaft? Nein! Deine Kerze des Lebens, um mit einem anderen Bild zu reden, brennt unaufhörlich herunter. Du kannst nichts dagegen tun.

Wir sind nur ein kurzes Aufleuchten in der Ewigkeit des Universums.

Das Weltall ist Milliarden von Jahren alt. Unsere Galaxie und unsere Sonne haben eine enorme Lebensdauer, genauso wie unser Heimatplanet. Eine Million Jahre ist da eine sehr kurze Zeitspanne. Aber wir Menschen leben nicht mal 100 Jahre im Schnitt. Das ist nichts im Vergleich mit dem Universum. Unser Leben blitzt nur kurz auf, bevor es wieder vergeht. Jetzt frage ich dich: „Willst du ruhig auf deinen Tod warten, der sowieso bald kommt? Oder möchtest du diese megakurze Zeitspanne nutzen?“ Das Leben wurde dir ohne Bedingung geschenkt. Du besitzt dieses Geschenk, weißt aber oft nicht, wie du es optimal nutzen kannst? Du läufst mit den anderen Menschen auf der Hauptverkehrsstraße des Lebens mit und denkst, die anderen werden schon wissen, wo es lang geht und was mit diesem bedingungslosen Geschenk des Lebens zu tun ist. Du lässt dich mitziehen von den Millionen Menschen, die das alle genauso machen. Dann wird das schon ok sein, oder?

Verlasse die Hauptverkehrsstraße und biege ab. Entdecke neue Wege.

Betrete noch nie oder selten benutzte Pfade. Höre auf dein Herz, auf dein tiefstes Inneres. Was willst du, ja DU, mit deinem Geschenk anfangen? Übergibst du vielleicht sogar dein Geschenk an jemand anderen, der dir die Entscheidungen des Lebens abnehmen soll? Oder kümmerst du dich selbst liebevoll darum und lässt es wachsen, sich verändern, fließen und entwickeln? Ich vergleiche das Leben oft mit Legosteinen. Na ja, als Kind habe ich sehr gern mit Lego gespielt. Für dich passt vielleicht ja eine andere Metapher. Ich bekomme einen riesengroßen Haufen Legosteine zu Beginn meines Lebens geschenkt. Ich habe unendlich viele Möglichkeiten, etwas damit zu bauen. Raumschiffe, Prinzessinnenschlösser, Gärten, Tankstellen, Wochenendhäuser, Wolkenkratzer, Raketen, Tante Emma Laden, Supermarkt, Bauernhof oder mein Traumzimmer. Ich kann ganz individuell meine Leben erschaffen und meiner Kreativität und meinen Talenten freien Lauf lassen. Meine Ideen und meine Fantasie sind meine Architekten. Tja. Wäre schön. Aber Eltern, Freunde, Verwandte, Kollegen und Bekannte bringen da auch gern ihre Ideen mit ein und beraten dich, wie und was sie immer schon mit Legos gebaut haben, was auf jeden und auf keinen Fall funktioniert. Sie wollen dir helfen. Ist ja an und für sich nichts Schlechtes. Aber du bist einzigartig. Was für deine Eltern passt, muss noch lange nicht für dich passen. Baue deine eigene Welt. Lebe deine Fantasie aus. Mache deine Vision möglich.