Auferstehung und Leben

Das Leben blüht

Ich habe auf meinem Balkon schon seit einigen Jahren einen Lavendel im Topf. Jedes Frühjahr ist er wieder ausgetrieben und hat wundervoll geblüht. Diesen Winter sah der Lavendel aber richtig tot aus. Nur noch verholzte Triebe. Kein Grün. Ich war schon drauf und dran den Lavendel der Biotonne zu übergeben. Irgendetwas hielt mich aber davon ab. Und tatsächlich, seit ein paar Tagen kommt wieder Grün zum Vorschein und wird immer größer und mehr. Ich habe es nicht glauben können, dass das, was tot erscheint, lebendig ist und wieder austreibt und sich vermehrt. So wie Thomas, der nur an die Auferstehung Jesu glauben konnte, wenn er mit seinen Händen die Wunden Christi berührt. Wir feiern an Ostern das Fest der Auferstehung Christi. Er war tot und wurde betrauert. Aber er ist wieder auferstanden.

Das Leben geht weiter

Das Osterfest war ursprünglich wohl ein heidnisch-germanisches Fruchtbarkeitsfest zu Ehren der Göttin der Morgenröte. Die hieß eventuell „Ostara“. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Leider hinterließen uns die Germanen kaum schriftliche Zeugnisse, so wie zum Beispiel die Römer. Die germanischen Stämme benutzten ihre Schrift, die sogenannten „Runen“, eher für Zauber- und Bannsprüche als für Privates oder Geschäftliches. Runen finden sich zum Beispiel auf Waffen, um sie unbesiegbar zu machen. Die Römer haben ihre Schrift so verwendet, wie wir das heute tun. Sie schrieben Verträge, Gesetze, Briefe, Bücher, Sachtexte, Historisches, Philosophisches, Biografien, Religiöses, Theaterstücke, Gedichte und mehr. Die Germanen gaben ihre Traditionen mündlich weiter. Verträge wurden mit dem Hammer oder einem Handschlag gültig. Auf dem Thing wurden Urteile gefällt und Entscheidungen getroffen. Daher ist die Herkunft des Namens „Ostern“ nur Spekulation für die Forscher. Das heidnische Fest des Frühlings war als Fest der Fruchtbarkeit und des Wiederauflebens der Natur nach dem dunklen und kalten Winter gedacht. Nicht umsonst ist Grün die Farbe der Hoffnung, der Heilung und des Lebens.

Das Leben ist fruchtbar

Warum schenken wir uns zu Ostern eigentlich keine Schoko-Kreuze oder Schokobrote? Wir schenken uns vielmehr Schoko-Hasen und Eier. Warum? Was hat das mit Jesus zu tun? Erstmal gar nichts, aber auch alles. Im Frühling lebt die Natur wieder auf. Was tot erscheint, grünt und blüht wieder. Hasen und Eier sind uralte Fruchtbarkeitssymbole. Wir feiern die Auferstehung des Lebens. Auch schon die Germanen feierten zum Frühlingsbeginn Fruchtbarkeitsfeste. Ostern ist nicht wie Weihnachten immer am selben Tag im Jahr, sondern richtet sich nach dem Mondkalender. Der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond ist dann der Ostersonntag. Nur dieses Jahr , 2019, gab es eine Ausnahme, die auf komplizierte Rechnungen zurückzuführen ist, die ich nicht ganz verstehe. Eigentlich war an Karfreitag schon der zweite Frühlingsvollmond.

Feiere das Leben

Ostern, Fruchtbarkeit und Jesu Auferstehung von den Toten passt also sehr gut zusammen. Wir feiern das Leben an sich. Den Kreislauf von Werden und Vergehen. Die Hoffnung, dass nach einer dunklen Nacht, die Morgenröte zu sehen ist und einen neuen wunderbaren Tag des Lebens verheißt. Auch wenn man stirbt, bleibt etwas zurück. Die Energie, im physikalischen Sinne, kann nicht verloren gehen. Zudem bleiben die Taten und die Worte der Menschen erhalten. Frage dich: „Was bleibt von mir zurück? Welche Taten und Worte bleiben in Erinnerung? Was möchte ich der Welt hinterlassen?“ Wir erinnern uns der Worte und Taten Christi und geben sie weiter.

Glaube an deine Kraft und deine Macht. Du kannst die Welt mit deinen Taten und Worten verändern.

„Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ans Meer!, und er würde euch gehorchen.“ Lukas 17, 6

Oft ist der Glaube schwer. Heute verlangt man, wie Thomas, nach Beweisen. Mein Lavendel wächst wieder. Der Wald wird wieder grün. Die Sonne geht wieder auf. Das sind die Beweise. Aber glaube schon, bevor du es siehst. Glaube an deine Macht, deinen Erfolg und an dich selbst. Du bist die Schöpferin deines Lebens.

„Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Markus 9, 23

 

 

Gib deinen Gefühlen Raum

Keine rosarote Brille

Ein glückliches Leben bedeutet nicht, immer lächelnd, wie auf Drogen, durchs Leben zu laufen und alles ständig durch die rosarote Brille zu betrachten. Es bedeutet nicht, keinen Ärger, keine schlechte Laune und keine Wut in sich zu haben. Jedes Gefühl ist erlaubt und sogar dringend erforderlich für ein glückliches Leben. Du spielst auch nicht immer nur eine Taste auf dem Klavier und nennst das „Musik“. Ich habe auch nicht nur ein einziges Gefühl (immer lächelnd) und nenne es dann Leben. Ich lasse meine Gefühle raus. Ich staue sie nicht an oder unterdrücke sie. Ich gebe den Gefühlen immer ein Ventil. Dann verraucht auch der Ärger schnell und die schlechte Laune ist auch wieder rasch vorbei.

Ein glückliches Leben zu führen, heißt, zu sich selbst zu einhundert Prozent stehen.

Sich bedingungslos anzunehmen mit allen Launen. Sich selbst erkennen. Ich will kein künstliches Ich kreieren, das mir in keinster Weise entspricht. Ich will mich spüren und authentisch sein. Und wenn ich Ärger fühle, dann lasse ich ihn zu. Genauso natürlich, wenn ich Freude fühle. Dann darf ich das zeigen. Ich will Höhen und Tiefen erleben. Wenn ich mir sagen würde: „Ich bin ja Glückstrainerin. Ich muss immer glücklich sein oder wenigstens so tun… Ich muss immer lächeln und zufrieden sein. Smile, smile, smile.“ Also, wenn ich das sagen würde, dann wäre ich nicht ehrlich. Nicht glaubwürdig. Das würde ich mir selbst nicht glauben. Kein Mensch hat jeden Tag ein und dieselbe Laune. Das Leben ist eine Achterbahn. Lass alles zu. Verdränge nichts. Lass alles raus, bevor es dich von innen vergiftet. Ärger dich. Schrei. Heule. Dann geht auch diese Laune vorbei. Du kannst sagen: „Ich habe es rausgelassen und es gespürt. Mich gespürt. Nun ist mein Kopf wieder klar.“ Ich finde danach immer einen Weg, wie es weitergehen kann.

Ich bin immer Ich. Vollkommen.

Ich entspreche nicht den Erwartungen anderer. Ich verhalte mich nicht so, wie andere es vielleicht von mir erwarten. Ich bin frei. Ich verhalte mich, wie ich mich fühle und fühle mich dadurch. Klar, einige werden sagen: „Wie kannst du nur!“ Aber ich liebe mich und nehme mich so an, wie ich gerade bin. Wenn etwas nicht so läuft, wie ich mir das eigentlich gewünscht habe, dann war ich nicht klar genug. Die Lösung: Ich zeige beim nächsten Mal mehr Klarheit. Ich erschaffe mir mein Leben. Genau wie du. Das bedeutet, ein glückliches Leben zu führen.

Ich gehe weiter. Ich verharre nicht an einer Stelle.

Ich öffne eine andere Tür, ändere die Route, wähle einen anderen Weg. „Ok. Wo gehe ich jetzt lang? Wie geht’s jetzt weiter? Was kann ich jetzt machen? Was kann ich anders machen?“ Das sind die Fragen, die ich mir stelle. Ich fühle mich nicht mehr ohnmächtig. Ich habe es in der Hand. Ich habe die Macht. Ich habe die Krone auf. Ich treffe die Entscheidungen. Das bedeutet es, ein glückliches Leben zu führen. Erst wenn du die Macht, die Entscheidungsgewalt, deine Krone abgibst und dich als hilfloser Spielball der anderen fühlst, dann wirst du unglücklich.

Ein glückliches Leben führen, heißt, immer einen Ausweg zu sehen. Nie aufzugeben. Nie stehenzubleiben und dauerhaft zu jammern, wie schlecht alles läuft und wer alles daran Schuld hat. Glücklich sein, bedeutet, sich weiterzuentwickeln, sich zu verändern, im Flow des Lebens zu sein. Sich neugierig auf alles einzulassen, auch auf die schwierigen Augenblicke, und bedingungslose Liebe zu fühlen. Verbundenheit. Zusammengehörigkeit. Harmonie. Das ist Glück.

Besuch aus der Vergangenheit

Wir haben Luxusprobleme, die uns vom Glück fernhalten

Jammerst du gern, wie schlecht es dir geht? Morgens hat die Bahn Verspätung. Dann kriegst du keinen Sitzplatz. Die Kolleginnen nerven dich. Die Kunden sind einfach nur furchtbar? Das Mittagessen schmeckt nicht. Später beim Einkaufen gibt es im Regal deine Cornflakessorte nicht. Abends quengeln die Kinder und beschweren sich über das Essen. Sie wollen lieber Nutella. Du sitzt abgeschafft vor dem Fernseher, schaust Tagesschau und denkst nur: „Ja. Die Welt ist schlecht. Und ich bin mittendrin. Früher war es bestimmt besser. Da waren die Menschen noch nicht so orientierungslos und voller Hass. Da hat man noch Rücksicht genommen. Da kannte man noch Höflichkeit.“

Plötzlich, du sitzt immer noch auf deinem Sofa, siehst du einen grellen Lichtblitz und vor dir steht eine Frau. Sie hat eine seltsame Frisur und komische Kleidung an. „Wer sind Sie?“ fragst du die Fremde in deinem Wohnzimmer. „Ich bin deine Urururururgroßmutter, mit noch ein paar „ur“…“, antwortet sie dir. „Ich habe gehört, du wertschätzt dein Leben hier im Luxus nicht.“ „Wie bitte? Ich lebe doch nicht im Luxus. Ich muss aufpassen, dass ich mein Konto nicht überziehe.“, entgegnest du deiner Vorfahrin und denkst gleichzeitig: „Wie ist die denn hergekommen???“ „Ich habe 1319 gelebt und was ich hier sehe, ist Luxus.“, sagt deine Ahnin. „Du hast eine große Wohnung. Du hast ein Dach über dem Kopf, eine Heizung, fließendes Wasser, genug zu essen. Du kaufst im Supermarkt ein oder lässt dir Waren bequem nach Hause liefern. Deine Waschmaschine wäscht völlig automatisch deine Wäsche. Du musst nicht mühsam deine Wäsche am Fluss oder Trog waschen und brauchst einen ganzen Tag dafür. Du musst keine Angst vor Fieber haben. Du hast kein Kind verloren, weil es noch keine Impfung gab oder Hunger. Es gibt eine ärztliche Versorgung und Krankenhäuser. Bei mir im Mittelalter waren die Straßen nicht gepflastert. Ich musste durch Schlamm und Staub laufen. Toiletten, Abwasserkanäle und Müllabfuhr gab es nicht. Die Leute haben sich wüst beschimpft, in Fehden und Kriegen abgeschlachtet und kippten ihren Unrat auf andere. Also, erzähl du mir nicht, du lebst hier nicht im Luxus. Hast du jemals Wertschätzung und Dankbarkeit dafür empfunden?“

„Aber das ist doch selbstverständlich, dass wir diese Versorgung mit allem haben. Das ist die moderne Zivilisation!“, antwortest du. „Nein. Nichts ist selbstverständlich.“, sagt plötzlich eine zweite Stimme. „Wie viele kommen da noch?“, fragst du dich, denn eine zweite Frau steht nun auch noch in deinem Wohnzimmer. „Ich bin deine Uroma aus dem Jahr 1919. Ich war eine junge Mutter als der Zweite Weltkrieg ausbrach.“, erklärt diese zweite Fremde. „Mein Mann musste im Krieg kämpfen. Ich wusste nicht, ob wir uns wiedersehen. Ich rannte mit den Kindern bei Bombenalarm in den Bunker und wir hatten Angst um unser Leben. Steht unser Haus noch? Leben unsere Verwandten und Freunde noch? Das wussten wir alle nicht, als die Bomben fielen. Woher kommt unsere nächste Mahlzeit? Werde ich alle satt kriegen? Gibt es genug warme Sachen zum Anziehen? Schuhe? Du rennst doch heute höchstens nach der Straßenbahn und nicht um dein Leben. Du überlegst vor übervollen Supermarktregalen, was du heute kochen sollst und kannst dich vor lauter Vielfalt nicht entscheiden. Du hast einen vollgestopften Kleiderschrank und doch nichts zum Anziehen und weißt nicht mehr wohin mit deinen ganzen Schuhen, die du nie anziehst. Weißt du diesen Luxus zu schätzen? Ich würde jeden Tag dankbar aufstehen, wenn ich damals solche Möglichkeiten gehabt hätte.“

Deine Mittelalter-Uroma sagt: „Alles, was du kannst, ist Jammern und Meckern. Du willst immer das, was du nicht hast und bist daher unzufrieden. Wertschätze doch mal, das alles, was du hast. Jetzt gerade. Dein Leben im Wohlstand und in Gesundheit. Schau nicht auf das, was andere mehr haben als du. Natürlich hast du kein Haus mit Pool und Butler. Du kannst keine teuren Jetset-Reisen machen. Aber auch die, die mehr als du haben, wollen immer mehr. Die sind auch nicht zufrieden und dankbar. Sie vergleichen sich mit denen, die noch reicher sind und meckern und jammern auch, glaub mir. Nur wenn du aufhörst, dich mit anderen Lebensstandards zu vergleichen und endlich für das dankbar bist, was du gerade in diesem Augenblick hast, dann hast du die Chance auf ein glückliches und erfülltes Leben. Vorher nicht.“

Ein Blitz. Dann sitzt du wieder allein da. Hast du dir das alles nur eingebildet? Aber es macht dich nachdenklich. „Vielleicht hatten meine Vorfahrinnen Recht. Ich habe ein sehr gutes Leben und das sollte ich mal anerkennen. Meine Probleme sind wirklich nichts im Vergleich zu deren.“

Meghan Trainor nennt das in einem ihrer Songs „Champagne Problems“. Also, keine richtigen Probleme, sondern Champagnerprobleme. Luxusprobleme.

 

Deine Suche wird ewig dauern

Suchst du das Glück?

Suche, so wirst du ewig suchen

Läufst du den glücklichen Augenblicken hinterher? Suchst du täglich nach den Glücksmomenten? Bist du schon ganz verzweifelt, weil deine Suche ergebnislos bleibt? Herzlichen Glückswunsch, du hast dich entschieden, ein Suchender zu sein. Dein Fokus ist auf dem Suchen. Nicht auf dem Finden! Das ist der Unterschied.

Wenn du dein Leben glücklich und erfüllt verbringen willst, dann solltest du ins Tun kommen.

Lass das ewige Suchen sein. Kennst du das Phänomen der Suche auch vom Shoppen? „Ich suche ein Abendkleid für eine Veranstaltung.“ Ja, dann viel Erfolg. Bei deiner Shoppingtour findest du alles Mögliche, aber kein Abendkleid. Am Ende des Tages hast du zwei neue Jeans, ein Paar neue Schuhe und ein Armband, aber kein Abendkleid. Dafür bist du doch aber in die Stadt gegangen…

Genauso geht es mit dem Satz „Ich suche immer einen Parkplatz in der Stadt. Ich habe noch nie erlebt, dass ich gleich einen Parkplatz gefunden habe.“ Juhu! Logisch. Merkst du was? Du suchst einen Parkplatz.

Oder „Ich suche einen Partner. Immer gerate ich an komische Typen. Ich glaube, ich werde ewig nach dem idealen Partner für mich suchen.“

Kommt dir da was bekannt vor?

Wenn ja, ermutige ich dich, deinen Fokus zu verändern. Sage in Zukunft „Ich finde ein Abendkleid. Ich finde einen Parkplatz. Ich finde den Partner, der genau zu mir passt.“

Lebe bewusst im Augenblick.

Das bedeutet achtsam und aufmerksam zu sein. Du entscheidest dich, im Hier und Jetzt zu leben. Der Satz „Ich suche…“ drückt eigentlich ein zukünftiges Ereignis aus. Du suchst und hoffst, dass du finden wirst. Du suchst, um in Zukunft etwas zu haben. Der Satz „Ich finde…“ hat schon das Happy End inklusive. Er steht für die Gegenwart. Er drückt absolute Zuversicht aus, dass du finden wirst. Du weißt ganz genau, dass es so eintrifft.

Mach es genauso mit dem Glück. Sei zuversichtlich, dass du jeden Tag und jeden Moment glücklich sein kannst. Schaue nicht auf das Zukünftige. Erhoffe dir nicht Glück, wenn du erstmal Urlaub hast, wenn du mehr Geld verdienst, wenn die Kinder größer sind, wenn du in Rente bist, wenn du deinen Traumpartner geheiratet hast, wenn du in einer größeren Wohnung lebst.

Es ist so leicht möglich jetzt, in deinem „schnöden“ Alltag Glück zu finden. Öffne deine Sinne. Deine Augen können so wundervolle Dinge, wie einen Regenbogen, einen Sonnenuntergang, den neonpinken Pulli, deine Kinder, sehen. Deine Ohren können Musik und die Stimmen deiner Liebsten hören. Du kannst den Duft der süßen Blüten mit deinem Geruchssinn wahrnehmen, Parfüm, Seife, frische Wäsche, lecker Pizza, Kräuter, Kaffee. Du schmeckst, dank deines Geschmackssinns, süß, bitter und sauer. Ohne den Tastsinn könntest du keine Berührung spüren. Nutze heute und jeden Tag deine Sinne, um ganz in der Gegenwart zu leben und dein Leben zu erleben. Dann findest du ganz von allein deine Momente des Glücks.

Setze ab jetzt deinen Fokus auf das Finden! Und du wirst nie mehr suchen.

 

Finde dein Glück mit Ninas Glückstraining

 

Von der Angst loszulassen

Von der Angst loszulassen und zu kurz zu kommen

Oder

Ausräumen kann ganz schön anstrengend sein

Ich sortiere gern Dinge aus. Ballast, der mich belastet. Ein luftiges Haus bedeutet für mich Freiheit. Ein aufgeräumter Keller oder Kleiderschrank ist eine wahre Erleichterung für mich. Früher habe ich sehr viel „Zeugs“ gekauft und angesammelt. Die Kleidung und die vielen Spielsachen meiner Tochter kamen hinzu. Mit der Zeit entwickelte sich mein Keller zum Hindernisparcours. Ich sortierte nicht wirklich aus, sondern verschob die Dinge nur von einem Ort zum anderen. Der Berg blieb der Gleiche. Tief in mir saß die Angst, Besitz loszulassen. „Ich könnte es vielleicht noch brauchen!“ war immer mein Argument. Irgendwann, als ich kaum noch den Keller betreten konnte, weil er einfach zu voll war, irgendwann, als mein Kleiderschrank aus allen Nähten platzte und so vollgestopft war, dass ich nichts mehr fand oder alles verknittert war, da beschloss ich aufzuräumen und auszusortieren. Herrlich! Ich befreite mich von allem, woran mein Herz nicht mehr hing. Aber hier fingen andere Probleme an. Wohin mit dem Zeug? Ich wollte ja nicht alles einfach der Mülltonne überantworten. Die Sachen waren noch gut, viele hochwertig. Andere Menschen können meinen ehemaligen Besitz eventuell noch sehr gut gebrauchen. Gerade meine Bücher haben für mich großen Wert. Ein Autor hat sich große Mühe gegeben, das Buch zu schreiben. Es wurde verlegt, gedruckt und verkauft. Das kann ich nicht wegwerfen!

Es gibt viele Wege, meine Dinge loszuwerden.

Es hieß Menschen zu finden, die meine Sachen noch haben wollen. Ich entdeckte viele Wege, meine Dinge loszuwerden und machte sehr viele verschiedene Erfahrungen. Als erstes wurde mir der Gang auf den Flohmarkt empfohlen. Leider bin ich nicht so der Flohmarktenthusiast. Eine Freundin empfahl ein Unternehmen, an das man Kleidung und Bücher schicken kann und schon auf der Webseite sehen kann, wieviel man dafür noch bekommt. Gute Idee, dachte ich. Allerdings war das sehr zeitaufwändig. Ich musste zudem Päckchen packen und zur Post bringen. Selbst als ich sehr gute Kleidung und top erhaltene Bücher zu diesem Unternehmen schickte, gaben sie mir oft nicht das ausgewiesene Geld, weil angeblich Flecken oder Fehler am Produkt entdeckt wurden. Diese ganze Mühe und die viele Zeit! Nein! Nach ein paar Mal gab ich diese Art der Erfahrung auf.

Wertschätzung ist gar nicht so einfach.

Ich entschied mich im Folgenden die Online-Flohmarkt-Methode auszuprobieren: ebay-Kleinanzeigen. Aufwändig alles zu fotografieren war zwar sehr mühsam für mich. Aber ich wollte meine Wertschätzung zeigen und gab mir Mühe auch noch tolle Texte für die Anzeige zu verfassen. Was dann geschah ist für mich ein Spiegel unserer Gesellschaft. Leute wollten vieles haben, aber geschenkt, ohne Versand zu zahlen und stritten sich, wer was haben darf. Ich bekam Hassnachrichten, wenn ich etwas an jemand anders verkaufte. Diese Menschen haben wohl alle Angst, nicht genug abzubekommen. Sie befürchten, dass sie zu kurz kommen, nicht beachtet werden. Sie leben im ständigen Mangel. Ich veränderte zwar diesbezüglich mein Mindset „Ich ziehe nur wertschätzende Käufer an, die mir den gewünschten Preis zahlen“, was wirklich half, aber ich hatte keine Lust mehr, meine Zeit in diese Kleinanzeigen zu investieren.

Das alles macht mir gar kein Spaß. Ich empfinde Glück, wenn ich andere Menschen glücklich mache. Aber hier mache ich doch keine Menschen glücklich, oder?

Verschenken kann eine einfachere Lösung sein.

Ich ging dazu über, meinen Besitz lieber zu verschenken. Dazu benutzte ich fast ausschließlich eine bestimmte Facebook-Gruppe. Aber es wurde nicht besser, sondern schlimmer. Hier begegneten mir noch mehr Menschen, die im Gefühl des Mangels leben. Diese Leute jammern, dass alle anderen besser als sie dran sind. Das Gras ist beim Nachbarn immer grüner, deren Haus größer und schöner, deren Job besser, deren Urlaube länger und erlebnisreicher. Sie sehen nicht, was sie alles haben. Sie haben keinen Blick für all das Schöne und Wertvolle, das bereits in ihrem Leben ist. Zum Glück waren auch viele sehr liebe Menschen in dieser Gruppe, die mir sogar Süßigkeiten, Kärtchen und kleine Aufmerksamkeiten mitbrachten, als sie das Geschenkte abholten. Wegen dieser Leute blieb ich auch sehr lange in dieser „Verschenke-Gruppe“. Aber irgendwann hatte ich auch davon genug. Glücksgefühle? Fehlanzeige.

Verbindlichkeit ist mir wichtig.

Die vielen „verbindlichen Zusagen“ nervten mich zusehends. Leute, warum seid ihr nicht mehr verbindlich? Warum sagt ihr, dass ihr dann und dann kommt und das Teil unbedingt wollt? Und holt es nicht ab? Und sagt oft nicht mal Bescheid? Ihr begehrt etwas, damit ihr nicht zu kurz kommt? Oder an was liegt das? Erst laut „hier“ schreien und dann wieder verstummen. So wollte ich nicht meine Zeit vergeuden.

Es muss doch eine Methode geben, die leicht und unbeschwert ist! Sonst lasse ich das doch wieder mit dem Aussortieren. Hilfe!

Ok. Ich fand schließlich eine wunderbare Möglichkeit, meine Sachen loszuwerden. Und diese Methode ist genau die, bei der ich bleibe. Ich spende. Ich habe ein paar sehr gute Stellen, wie ein lokales Kinderheim und ein Second-Hand-Kaufhaus gefunden, die sehr dankbar sind. Das Personal ist superfreundlich, hilft sogar beim Ausladen und bedankt sich herzlich. Ich weiß, dass meine Sachen und die meiner Tochter Menschen glücklich machen und ein zweites Leben erleben dürfen. Glück? Ja!

Geht doch! Ich habe immer noch sehr viel im Keller und in den Schränken, aber ich kaufe kaum noch Neues dazu. Und wenn, dann sortiere ich Altes aus. Viele Bücher lese ich jetzt auch auf meinem E-Book-Reader. Kleidung kaufe ich nicht mehr inflationär. Und wenn, dann hochwertiger und meinem Stil und meinen Farben entsprechend. Es gibt keine Shopping-Eskapaden. Ich investiere mein Geld auch lieber in Reisen als in „Dekokram“, der doch nur vor sich hinstaubt.

Der Weg ist dein Leben

Ich erschaffe meinen Lebensweg

 

Wanderst du gern? Gehst du gern spazieren? Ich bewege mich gern in der Natur. Mit oder ohne meine Nordic-Walking Stöcke. Ich liebe wandern. Gehen, wandern, laufen, walken. Da steckt Bewegung drin. Das Leben ist Bewegung. Es strebt vorwärts. Will sich weiterentwickeln. Was nützt dir dein schöner Wanderausflug, wenn du nur auf der Stelle stehst? Da kommst du nicht voran. Dann kannst du nicht sagen: „Heute war ich wandern. Ich habe 10 km geschafft.“ Sondern: „Ich war heute 2 Stunden auf der Stelle gestanden. War schön.“

Dein Lebensweg ändert sich, wenn du voran schreitest.

Wo bist du gerade? Wie sieht dein Weg aus? Wer geht mit dir? Wo willst du hin? Welche Abzweigung nimmst du als nächstes?

Bist du überzeugt, dass dein Weg schwer ist? Voller Hindernisse und Fallen? Dann wird das so sein. Bist du überzeugt, dass dein Weg leicht und einfach, voller positiver Überraschungen ist? Dann wird das so sein. Denn deine Wahrheit über deinen Weg kreiert deinen Weg. Das Gute daran ist, du kannst selbst entscheiden, welchen Weg du einschlägst. Ja, das ist wirklich so. Du entscheidest in deinem Leben, wo es lang geht.

Und jetzt stell dir dein Leben als Weg vor. Mal verläuft er gerade, mal in Kurven. Mal ist der Weg breit und gepflastert, dann wieder holprig und schmal. Du läufst weiter. Entscheidest dich neu. Was ist wohl hinter der Biegung? Was passiert, wenn ich jetzt rechts abbiege? Oft liegt ein Hindernis im Weg. Du kletterst drüber. Weichst aus auf einen Nebenweg und entdeckst dabei Neues. Du triffst auf jeder Wegstrecke Menschen. Manche helfen dir, unterstützen dich, andere werfen dir die Hindernisse auf den Weg. Manchmal läufst du eine Strecke allein, dann wieder sind sehr viele Leute um dich herum, die alle denselben Weg gehen.

Es kommt bestimmt auch vor, dass du den Weg vor lauter Bäumen nicht siehst. Da hilft es, auf eine Aussichtsplattform zu steigen und die Perspektive zu wechseln. Oder der Weg ist zugewachsen, wie im Urwald, und dir fehlt die Orientierung. Da hilft es sich kraftvoll und mutig den Weg freizuhauen. Dann stehst du plötzlich vor einer Mauer. Es geht nicht mehr vorwärts. In so einem Fall kannst du schauen, wer in der Nähe ist, der dich unterstützen kann, über die Mauer zu kommen. Oder du gehst ein kurzes Stück zurück, um dann einen anderen Weg zu nehmen. Alles ist erlaubt, nur nicht erstarren und stehenbleiben. Willst du dein ganzes Leben am selben Standort verbringen? Auf die Mauer in der Sackgasse starren? Oder willst du dich bewegen? Vorwärtskommen?

Das Leben ist eine große Abenteuerfahrt, ein großer Wanderausflug.

Und es gibt keine Garantie, dass du immer die richtige Entscheidung triffst. Die einzige Garantie ist das tödliche Ende. Vielleicht gehst du einen bestimmten Weg ein Stück zu weit oder du nimmst einen Umweg. Oder den Weg mit den Schlingpflanzen. Aber gib niemals auf und bleib heulend am Weg stehen und sag „Ich gehe jetzt nicht weiter. Das ist nichts für mich. Ich habe Angst weiterzugehen. Kommt eh kein guter Weg mehr. Da kann ich genauso gut hier sitzen bleiben.“ Pause machen, Kraft schöpfen ist ok. Sogar sehr wichtig. Aber gehe danach weiter vorwärts. Deine Einstellung ist dabei entscheidend. Erwartest du Schlechtes, kommt Schlechtes. Erwartest du dunkle Gestalten, die dich überfallen und ausnehmen, kommen dunkle Gestalten. Gehst du einfach zuversichtlich und voller Freude und Neugier auf das Kommende weiter und bist offen für Überraschungen und Neues, dann wird der Weg leicht und einfach.

Achte auf die Zeichen am Wegesrand. Sei offen für deine Umwelt und deine Mitmenschen. Das Leben ist so, wie du es dir erschaffst. Wir sind alles Schöpfer. Wir kreieren unseren Weg. Ich finde, das ist fantastisch. Das Leben steckt voll von Möglichkeiten. Eben verschiedenen Wegen, die ich alle wählen kann. Hast du Lust, dich auf den Weg zu machen?

 

Ninas Glückstraining

 

Kontakt

Missionierung ist zum Scheitern verurteilt

Warum ich nicht missioniere

 

Kennst du das? Du hast ein tolles Buch gelesen und möchtest das deinen Freunden und deiner Familie ans Herz legen? Du willst, dass sie alle es lesen und genauso toll finden wie du? Einige wollen es nicht lesen, einige lesen es tatsächlich, finden es aber gar nicht gut, nur wenige oder nur einer vielleicht, sind deiner Meinung und lieben es auch. Du bist mega enttäuscht, dass nicht alle dieses geniale Buch lieben. Es ist doch eine Offenbarung. Der Weg zum Glück. Die Lösung aller Probleme. Und jetzt bekommst du so ein blödes Feedback und sogar Anfeindungen! Du bist enttäuscht, beleidigt, unglücklich. Du zweifelst. Du wirst böse. „Warum erkennen die nicht das Potential? Warum kann ich sie nicht überzeugen?“ denkst du dann. „Ich wollte doch nur helfen!“

Das haben sich die christlichen Missionare wohl auch gedacht, als sie scharenweise auszogen, den „wahren, echten Glauben“ zu verbreiten. Für sie war das ja auch die Wahrheit. Für sie war ihr Glaube genau der Richtige und damit der Wahre. Sie wollten ihre Wahrheit gern verbreiten, um anderen zu helfen. Davon waren sie zutiefst überzeugt. Genauso wie du dieses Buch so toll und genial findest, dass du es unbedingt weiterempfehlen willst, so wollten diese Leute andere davon überzeugen, dass ihr Glaube der Beste ist und für sie eine Rettung. Daran ist erstmal gar nichts verkehrt und doch alles. Denn meiner Meinung nach stecken da gewaltige Denkfehler dahinter:

  • Meine Wahrheit ist die Wahrheit aller.
  • Was ich denke, müssen auch die anderen denken.
  • Ich treffe die Entscheidungen für die anderen.
  • Ich bediene die Angst. „Wenn du das nicht liest, entgeht dir etwas total Wichtiges. Du wirst es bereuen, es nicht gelesen zu haben.“

 

Merkst du was? Missionare handeln oft aus der Angst heraus. Sie gehen davon aus, dass ihre Wahrheit die einzig Wahre ist. Sie lassen den Menschen nicht die Wahl der freien Entscheidung. Viele Menschen sind auch gar nicht offen für Missionierung. Sie wollen keine Hilfe oder Ratschläge.

Handle aus Liebe. Vertraue und lass los.

Vielleicht liest keiner deine Buchempfehlung. Vielleicht braucht gerade einer genau dieses Buch und ist dankbar. Frag nicht nach. „Und, hast du das Buch schon durch? Wie findest du es? Was denkst du?“ Durch solche Worte fühle ich mich nicht mehr frei, meine eigene Entscheidung zu treffen. Ich fühle mich unter Zwang gesetzt. Dann ist bei mir gleich die Luft raus. Das ist ja wie in der Schule und der Schullektüre…

Unterschwellig wird mir vorgeschrieben, dass ich die Wahrheit des anderen übernehmen muss. Das ist kontraproduktiv. Wenn ich von einer Idee so überzeugt bin, dann schwärme ich und erzähle davon. Ich verkünde meine Wahrheit, aber ohne die Erwartung, dass andere genauso denken. Das ist der entscheidende Unterschied zur Missionierung. Ich erwarte nicht, dass alle so denken wie ich. Ich erwarte gar nichts. Ich lasse alle so, wie sie sein möchten. Wenn einer meiner Meinung ist und meine Idee super findet, ist das toll. Wenn nicht, dann nicht. Jeder Mensch ist einzigartig und hat deswegen auch seine eigene individuelle Sichtweise auf die Welt. Ich möchte niemand missionieren, denn das wäre nicht echt.

Ich will, dass die Menschen aus vollster Überzeugung eine eigene Entscheidung treffen können.

Ich biete schon lange keine Hilfe mehr an, wenn mir jemand etwas vorjammmert. Das führte in der Vergangenheit nur dazu, dass ich unglücklich wurde, weil ich die Person nur schwer bis gar nicht überzeugen konnte, dass sie genau das sucht, was ich anbiete. „Warum wollen die meine Hilfe nicht. Es wäre doch so einfach, wenn sie nur meine Hilfe annehmen würden.“ Missionare werden oft gedacht haben: „Warum sehen sie nicht, dass mein Glaube richtig ist? Warum wollen sie nicht verstehen?“

Ich biete aber sehr wohl Hilfe an, wenn mich jemand ganz gezielt anspricht und Hilfe sucht. Diese Menschen haben die Entscheidung aus sich heraus getroffen. Ihnen kann geholfen werden.

 

Ninas Glückstraining

 

Kontakt

Neugier ist weiblich

Das Laster der Frauen

 

„Steck deine Nase nicht überall rein.“ „Du musst nicht alles wissen.“ „Sei nicht so neugierig.“

Hast du dir das schon mal anhören müssen? Früher galt Neugier bei Frauen als Laster und nicht als Tugend. Wer neugierig war, musste mit einem schlimmen Ende rechnen. Im Mittelalter gab es (von Männern) die Anleitung zu dem perfekten Mord an der neugierigen Ehefrau. Man gebe Gift in einen Becher Wein. Dann sagt man der Frau bevor man aus dem Haus geht, dass sie auf keinen Fall aus diesem Becher trinken dürfe! Der Gatte verlässt das Haus und was macht dann natürlich die neugierige Ehegattin? Ja. Genau. Sie trinkt natürlich aus dem Becher. Und zack, ist sie Geschichte. Der Mann kann niemals belangt werden. Er hatte ja ausdrücklich verboten, aus dem Becher zu trinken…

Oder die Geschichte von Blaubart und seinen Frauen. Er gibt seiner aktuellen (es gab da vorher schon so zwei, drei…) Ehefrau den Schlüssel zu der geheimen Türe, die sie nie, nie öffnen darf und geht dann. Ist ja klar, dass die Neugier siegt und die Frau die Tür öffnet. Schicksal besiegelt.

Die Neugier als Laster der Frauen anzuprangern war ein genialer Coup in früheren Zeiten. Die Herrschaft lag bei den Männern. Und die Männer wollten ja auch gefälligst ihre Macht behalten. Da war es das Beste, die Frauen dumm zu halten. Denn Neugier bedeutet Forschergeist. Den galt es zu unterdrücken. Frauen sollten nicht viel Wissen anhäufen, um keine Konkurrenz darzustellen. Nicht neugierig zu sein, heißt nichts zu lernen, zu erfahren, zu begreifen und zu erleben.

Neugier ist die Gier auf Neues.

Neues ist anders, unbekannt und unbenannt. Ich erweitere dank meiner Neugier meinen Horizont und entdecke neue Perspektiven. Jeder Forscher muss von Natur aus neugierig sein. Was liegt am anderen Ende des Ozeans? Wie sieht die Welt von oben aus? Wie funktioniert das Universum? Was steckt hinter dieser Tür? Die Menschen hätten sich nicht so weit entwickelt und hätten nie so viele Entdeckungen und Erfindungen gemacht ohne die Neugier.

Neugier bedeutet Offenheit, Toleranz, Wachheit, Lust und Freude an der Veränderung.

Klar, manchmal mache ich dann auch schlechte Erfahrungen, wenn ich neugierig bin. Mein Schiff kann untergehen, meine Expedition kann scheitern, meine Erfindung kann kaputt gehen oder nicht funktionieren. Aber eine schlechte Erfahrung ist besser als gar keine, oder? Und was bedeutet überhaupt „schlecht“? Das ist eigentlich eine Erfahrung, die ich mache. Ich lerne. Ich wachse. Ich entdecke mich. Ich entdecke die Welt. Und das alles wollten die Männer gern den Frauen vorenthalten! Aus Angst vor Konkurrenz, vor dem Verlust ihrer Herrschaft. Sie hatten Angst nicht mehr im Besitz der einzig wahren männlichen Wahrheit zu sein! Angst vor dem weiblichen Weg. Um ehrlich zu sein, wurde die Angst vor der Frau früher ja auch geschürt. Da hat die Kirche einen großen Anteil daran. Und später wurde dann wissenschaftlich versucht, die Minderwertigkeit, vor allem in intellektueller Hinsicht, von Frauen zu belegen. Wirklich traurig. Die Männer handeln in dem Fall aus Angst und nicht aus Liebe. Angst bedeutet Abgrenzung und Ablehnung des Anderen. Liebe bedeutet Grenzen sprengen. Mauern öffnen. Das kann die Neugier unterstützen. Neugier öffnet die Türen des Geheimnisses. Wir können hinter das Geheimnis blicken und lernen und verstehen.

Bleibt neugierig. Macht aus dem mittelalterlichen Laster eine Tugend. Lernt und versteht. Forscht und schaut hinter die geheimen Türen des Lebens. Öffnet Grenzen und reißt Mauern ein.

Gerade wenn Frauen wieder mal kleingehalten werden sollen und der Selbstwert minimal ist, hilft die Erinnerung an die Neugier. Möchtest du die Welt entdecken und verstehen? Möchtest du großdenken und dein Leben erleben? Heute hast du die Chance dazu. Fang jetzt an! Lass dich nicht kleinreden. Misch dich ein. Lerne! Bleib neugierig! Jetzt erst Recht.

 

Ninas Glückstraining

 

Kontakt

Die Magie des Aufräumens

Aufräumen ist Befreiung

 

Fühlst du dich oft bedrückt? Kannst du nicht frei atmen? Nimmt dir etwas wortwörtlich die Luft zum Atmen? Manchmal helfen da auch kein Entspannungstraining, Meditation oder Atemübungen. Denn das Problem sitzt tiefer. Schau mal genau hin. Hast du unaufgeräumte Winkel in deinem Leben? Gibt es einen Keller, einen Speicher, einen Schrank, ein Zimmer, Schubladen oder Regale, in denen Unordnung herrscht? Nicht erst seit Marie Kondo wissen wir, dass ein unaufgeräumtes Haus auf der Seele lastet.

Erdrückt dich etwas? Rücke es weg.

Bedrückt dich etwas? Rücke es zurecht.

 

Ich komme aus einem Elternhaus, in dem fast nie etwas weggeworfen wurde. Kriegskinder haben gelernt, dass alles irgendwie noch zu gebrauchen ist. Jedes kleinste Schräubchen und Schächtelchen wurde sortiert und aufbewahrt. Die ständige Angst, etwas loszulassen, das ich noch brauchen könnte, irgendwann. Dieses Leben ist von Angst geprägt. Angst, etwas zu verlieren. Angst, nicht alles zum Leben haben zu können. Angst, nicht genug zu besitzen. Das passt vielleicht in die Nachkriegsgeneration, aber nicht mehr in unser heutiges Leben im Konsumüberfluss. Natürlich finde ich es nicht sinnvoll, willkürlich Sachen zu kaufen und wegzuwerfen. Wiederverwendung und Recycling achte ich hoch. Das Anhäufen von Dingen kann ich schon vermeiden, indem ich nicht so viel kaufe und mehr wiederverwende. Aber wer schon sehr viel angesammelt hat, möchte sich von dem Ballast befreien.

Dieses Anhäufen von Ballast vererbt sich. Ich musste mich wirklich sehr bemühen, nicht alles genauso anzuhäufen. Das habe ich allerdings viele Jahre gemacht. Dementsprechend sah mein Keller aus, der (un)glücklicherweise eine beachtliche Größe hat. Erst in der letzten Zeit fällt es mir leichter, mich von Dingen zu trennen. Es ist alles Trainingssache. Ja. Genau. Training. Einüben. Täglich. Oder zumindest wöchentlich. Dranbleiben ist ganz wichtig, wie bei einer Sportart. Ich sortiere lieber weniger, aber häufig aus, als viel und einmal alle zwei Jahre. Und was soll ich sagen? Es gibt mir Luft, Licht und Freiheit.

Das Loslassen ist befreiend.

Fang an. Nur mit einem oder zwei Gegenständen. Dann bist du nicht so unter Zwang, sofort ein ganzes Zimmer ausräumen zu müssen. Oft ist dann deine innere Hürde zu groß, das „Projekt“ anzugehen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Irgendwie finde ich dann immer Gründe, warum ich jetzt gerade nicht damit anfangen kann. Da meldet sich nämlich dein innerer Bodyguard, der dich vor Neuem und Unbekanntem beschützen will. Es könnte ja eventuell gefährlich werden, Neues zu wagen. Der Säbelzahntiger könnte dich fressen. Wenn du deinen Bodyguard aber austrickst, indem du (fast) nichts tust („es sind ja nur ein zwei Dinge“), dann merkt er die Veränderung gar nicht.

Welche Ecke in deinem Haus, deiner Wohnung, stört dich gerade am meisten? Die Küchenschublade? Der Wohnzimmerschrank? Der Waschbeckenunterschrank? Egal, was es ist. Fang jetzt an. Ja jetzt. Denn es dauert nur eine Minute, sich eine Sache zum Wegwerfen auszusuchen.

Wenn du etwas zu schade zum Wegwerfen findest, dann spende es. Es gibt sehr viele diakonische oder karitative Einrichtungen, Kinderheime oder Second-Hand-Kaufhäuser, die deine Sachen gerne nehmen. Das bedeutet für dich doppelten Gewinn. Du fühlst dich gut, weil du etwas aussortiert und dich gleichzeitig noch sozial engagiert hast. Ich jedenfalls fühle mich doppelt befreit und glücklich. Glücklich losgelassen, Raum geschaffen und gespendet zu haben.

Ich liebe das Gefühl, eine Tüte voller Gegenstände wegzugeben. Das Hochgefühl möchte ich oft spüren. Deswegen sortiere ich regelmäßig aus. Meinen Keller kann ich inzwischen wieder betreten, ohne das Gefühl des schlechten Gewissens und dem Gedanken: „Oh je. Ich müsste ja eigentlich aussortieren. Aber ich habe nie Zeit.“ Früher bin ich selten in den Keller, weil ich da immer mit dem Krempel konfrontiert wurde. Heute gehe ich gern dorthin. Dann nehme ich mir (nur) einen Plastiksack und schaue, was ich alles weggeben oder wegwerfen kann. Wichtig ist, mich nicht zu überfordern. Ein Sack pro Woche zum Beispiel. Aber regelmäßig.

Das ist die Magie. Mein Leben ist leichter und befreiter. Ich kann atmen. Ich bekomme Luft. Es gibt keine „dunklen“ Stellen mehr. Trainiere auch du das Aufräumen. Die Erfolge sind schnell sichtbar.

 

Ninas Glückstraining

 

Kontakt

Vergebung

Das Fest der Liebe

Weihnachten feiern wir als Fest der Liebe. Lebst du die Liebe schon? Wieviel Ärger, Hass, Wut, Verletzungen und Kummer trägst du mit dir herum? Kannst du in den Spiegel schauen und von ganzem Herzen JA zu dir sagen? Bist du immer noch böse auf Menschen, die dich verletzt haben?

Heute ist ein wunderbarer Tag, um Vergebung zu gewähren und zu leben. Vergib denjenigen, an die du mit Groll im Herzen denkst. Denn DU fühlst dich dabei schlecht und nicht die anderen. Befreie dich von den negativen Gefühlen, die du für diese Person empfindest. Das ist sehr befreiend. Löse dich emotional von der Person.

Vergib auch dir, dass du so schlecht von dir selber redest. Du bist perfekt und wundervoll, so wie du jetzt gerade bist. Nimm dich vollkommen an. Lass die Gedanken von Unzulänglichkeit und Schwäche los. Vergleiche dich nicht. Liebe dich selbst!

Ich benutze für Vergebung gerne das hawaiianische Ritual aus dem Ho’oponopono*. Es ist sehr kraftvoll und hat sich bei mir schon mehrfach bewährt.

1. Es tut mir leid.

Ich entschuldige mich vor allem bei mir, aber auch bei der Person, mit der ich mich aus diversen Gründen nicht gut verstehe. Diese Person muss nicht anwesend sein. Diese Formel kann ich allein sprechen. Ich füge mir selbst Leid zu, wenn ich schlechte Gefühle lebe.

2. Bitte verzeih mir!

Ich bitte die Person und auch mich um Vergebung, dass ich nicht Liebe empfunden habe. Die Liebe ist die größte Macht. Ich möchte gern in Liebe und Harmonie mein Leben verbringen.

3. Ich liebe dich.

Ja! Denn die Person, mit der ich mich nicht verstehe, hat Respekt und Liebe verdient. Ich liebe denjenigen mit allen Fehlern und Schwächen. Ich stelle keine Bedingungen. Denn die Liebe ist bedingungslos. Ich beurteile und verurteile nicht. Und ich liebe, wertschätze und respektiere vor allem mich selbst!

4. Danke.

Ich spreche laut das DANKE aus. Durch die große Macht der Dankbarkeit und Vergebung bin ich frei! Ich kann mich mit meiner Umwelt und allen Menschen aussöhnen. Ich kann in Freiheit leben. Ich bin befreit! Ich sage zu allem, was in meinem Leben ist, DANKE!

 

Ich habe mich entschieden, mich von den Fesseln der negativen Gefühle zu befreien. Das bedeutet auf keinen Fall, dass ich die Taten der Menschen, die mir in irgendeiner Weise etwas angetan haben, gut heiße oder verharmlose. Ich lebe nur die Liebe mit meinem Weg der Dankbarkeit und Vergebung und höre auf mich von innen mit den Gefühlen des Hasses und des Ärgers zu vergiften.

 

Falls du noch mehr über Vergebung und Liebe lesen möchtest, dann empfehle ich dir das Buch „Die Hütte“ von William Paul Young.

 

Ich wünsche dir von Herzen, dass das Weihnachtsfest ein Fest der Liebe für dich wird.

 

 

*Quelle: Ulrich Emil Duprée, Ho’oponopono – Das hawaiianische Vergebungsritual, Schirner Verlag, Darmastadt, 2011.