Wertschätzung macht glücklich

Wie du mit wertschätzendem Umgang dich und die anderen glücklich machen kannst

Ganz ehrlich. Hast du dich in letzter Zeit über schlechten Service und unfreundliche Mitarbeiter, vor allem von großen Unternehmen, geärgert? Wenn wir degradiert werden zu Nummern und Objekten, also nicht mehr als fühlender und denkender Mensch wahrgenommen werden, dann fühlen wir uns gering geschätzt und das macht wütend. Ich war diese Woche bei der Post, wie wahrscheinlich viele andere Tausend, um Ergänzungsmarken zu kaufen, da das Porto erheblich aufgeschlagen hat. Da gehen also tausende von Menschen zur Post und wollen 10-Cent-Marken und die Post ist nicht vorbereitet. Da kommen sofort Gedanken hoch wie „War ja klar. Die Deutsche Post ist ein Abzocke-Unternehmen. Die schauen nur noch nach Gewinnmaximierung und nicht nach dem Kunden. Hauptsache denen geht’s gut. Was mit uns passiert, ist denen egal.“ „Denen“ ist abstrakt und auf das Unternehmen bezogen, was kein Gesicht ist, eben nicht menschlich. Dabei stecken hinter „denen“ auch nur Menschen.

Wir sind alle Menschen

Die Mitarbeiter der Post sind auch nur Menschen, die für „die da“ arbeiten. Wenn das Unternehmen es nicht schafft, Wertschätzung und gegenseitigen Respekt bei den Mitarbeitern und beim Kunden zu vermitteln, bleibt nur eins. Wir müssen bei uns selbst anfangen. Mein Posterlebnis war dafür bezeichnend. Eine kleine Postfiliale irgendwo in einem kleinen Vorort von Mannheim. Zwei Schalter, zwei Mitarbeiter. Ich stehe in der Schlange und komme zum rechten Mitarbeiter. Der ist schon sehr genervt und bevor ich viel sagen kann, beschwert er sich über seinen Arbeitgeber und wie schlecht das alles organisiert sei. Es gäbe keine Marken mehr und ich solle mein Glück doch beim linken Mitarbeiter versuchen. Auf meine Frage, ob er ihn schnell fragen könnte (er steht 50 Zentimeter weit weg), antwortete er verärgert, das ginge nicht. Da sah man richtig, wie dieser Mann sich selbst wenig wertgeschätzt fühlt und das mit seinem Verhalten leider potenziert. Ich also zum linken Mitarbeiter. Dieser Mann war total sympathisch und freundlich. Er hatte dieselbe Ausgangslage, machte aber was völlig anderes draus. Er nahm mich als Mensch wahr. Er schaute mich an. Sofort hatte ich die Chance, auch ihn als Mensch wahrzunehmen und ihm meine Wertschätzung und mein Verständnis zu zeigen. Ich bekam alle Marken, die ich wollte und führte ein angenehmes Gespräch.

Wertschätzung als Schlüssel zum Glück

Der unglückliche rechte Mitarbeiter geht bestimmt am Ende des Tages mit schlechter Laune heim und beschuldigt für sein Elend die „schrecklichen Kunden“ und „die ignorante Post“. Vielleicht nervt er daraufhin sein privates Umfeld mit seiner „Ich kann gar nichts dafür – die anderen sind schuld“-Einstellung und macht seine Familie oder Freunde nicht unbedingt glücklicher damit. Die Lösung liegt immer in uns selbst. Ich kann jederzeit Wertschätzung zeigen. Es kostet mich nichts außer meine Sinne einzuschalten und die Menschen anzuschauen. Richtig anzuschauen. Ich kann ihnen das Gefühl geben, dass ich ihr Bemühen schätze und sie dadurch selbst als Mensch sehe. Ich befördere sie vom Objekt zum Subjekt. Wir wollen doch alle anerkannt werden. Wir wollen alle geliebt werden. Wertschätzung ist ein erster Schritt für Verständnis, Toleranz und Respekt untereinander und damit für ein glückliches Leben. Wenn ich mich mal wieder über schlechten Service zum Beispiel bei der Deutschen Bahn oder der Deutschen Post aufrege, dann fange ich an, die Mitarbeiter als Menschen wahrzunehmen. Ich muss anfangen. Es wird ein „Warten auf Godot“, wenn du wartest bis die anderen den Schritt gehen.

Sei du der Anfang

Du kannst jederzeit die Entscheidung treffen, mehr Wertschätzung zu zeigen. Schau hin und höre deinen Mitmenschen zu. Interessiere dich für sie. Sage „Danke“ und erkenne die Leistung an. Egal ob daheim bei deiner Familie oder im Beruf bei deinen Kollegen und Vorgesetzten. Ein Lächeln, eine Frage nach dem Befinden, ein kurzer Small Talk oder ein spendierter Kaffee bewirken Wunder. Und ganz ehrlich, fühlst du dich nicht viel besser, wenn du jemanden glücklich gemacht hast? Wie wäre es, wenn du ab jetzt jeden Tag die Menschen in deinem Umfeld wahrnimmst und wertschätzt? Wieviel Glück und Liebe könntest du damit verbreiten? Und es kommt alles zu dir zurück, glaube mir. Die Menschen freuen sich, wenn sie menschlich sein dürfen. Wir sind eben keine Nummern. Wir sind Individuen mit Gefühlen. Erkenne das und der Weg zum Glück steht dir offen.

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Die wirklich wichtigen Dinge im Leben

Was du mit Geld nicht kaufen kannst

Jeder, den ich frage, hätte gern mehr Geld. Ich nehme mich davon nicht aus. Klar, es ist immer gut, mehr Geld zu haben, denn dann kann ich mir und meiner Tochter mehr Wünsche erfüllen. Reisen, tolle Hotels, bessere elektronische Geräte kann ich für mehr Geld bekommen. Und auch Hilfe. Ich kann Menschen bezahlen, die das tun, was ich nicht so gern tue, wie Putzen, einen Online-Kurs technisch einrichten oder meine Webseite technisch betreuen. Wenn ich mehr Geld habe, kann ich öfter essen gehen und muss daheim nicht kochen und danach abwaschen und aufräumen. Auch gut. Ich denke, jeder von uns hat bestimmt spontan ähnliche Dinge im Kopf, wenn er an mehr Geld denkt. Aber die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind unbezahlbar. Du kannst dein Glück nicht kaufen.

Macht Geld glücklich?

Was antwortest du darauf? Meine Meinung dazu ist eindeutig: Nein. Geld macht nicht glücklich. Ja. Geld erleichtert das Leben sehr. Was brauchst du denn zum Glücklichsein? Das größere Auto, die Luxusreise, das große Haus mit Pool, den Privatjet, die Yacht? Vielleicht macht dich das kurzfristig glücklich, aber auf längere Sicht? Stell dir vor, du hättest das alles. Mit wem möchtest du das teilen? Mit deinem Partner, deinen Kindern, deinen Eltern, deinen Freunden? Was nützt dir die tollste Luxusvilla, wenn du dort allein bist? Oder in einer unglücklichen Partnerschaft lebst? Was macht dich wirklich glücklich? Was nützt dir dein Privatjet, wenn du keine Zeit hast? Durch dein Leben hetzt? Unter Stress und Druck stehst? Die Schönheit des Augenblicks nicht wahrnimmst, weil du zu beschäftigt mit „was viel Wichtigerem“ bist? Was nützt dir das tolle Auto, wenn du nicht gesund bist? Was nützt dir die Yacht, wenn dich keiner liebt und du niemand liebst?

Zeit macht glücklich.

Nimm dir Zeit. Gewöhne dir an, deine Zeit gut zu managen und einzuteilen. Gönne dir Pausen, seien es auch nur Mikropausen von ein paar Minuten. Übe Achtsamkeit und Meditation, um dich im Hier und Jetzt besser wahrzunehmen. Verbringe Zeit mit deiner Familie oder mit den Menschen, die du wirklich gern um dich hast. Delegiere Aufgaben, die dir die Zeit rauben. Atme durch und sage oft „Danke“. Zeit kannst du nicht mit all dem Geld der Welt kaufen. Die Zeit ist unendlich kostbar. Sie zerrinnt unter deinen Fingern, egal wie du diese Zeit deines Lebens füllst. Also, frage dich, für was will ich Zeit haben? Mit wem will ich meine Zeit verbringen?

Gesundheit macht glücklich.

Du warst bestimmt schon mal krank. Schon beim kleinsten Schnupfen fühlen wir uns elend und schlecht und wünschen uns nur eins: wieder gesund zu werden. Endlich wieder frei atmen, keine Schniefnase mehr, keine Kopfschmerzen. Wir sind selbst mit einer harmlosen Erkrankung stark eingeschränkt. Was nützt dir da dein Geld? Klar, mit Geld kannst du dir eine bevorzugte Behandlung beim Arzt oder im Krankenhaus sichern, dir mehr und bessere Medikamente kaufen, als die, die die Kasse verschreibt. Aber das Geld kann dir Gesundheit nicht kaufen, wie Brötchen beim Bäcker. Du gehst nicht zum Arzt und sagst: „Hier 10.000 €. Ich möchte vollkommene Gesundheit. Vielen Dank. Nein. Ich brauche keine Quittung.“

Liebe macht glücklich.

Liebe ist die größte Macht im Universum. Dich zu entscheiden zu lieben und geliebt zu werden, ist die beste Entscheidung, die du in deinem Leben treffen kannst. Liebe und lass dich lieben. Das ist völlig kostenfrei. Deine Zeit mit den Menschen, die du liebst und die dich lieben, zu verbringen, ist das Wundervollste, das du tun kannst. Aber wenn du nie da bist, nur am Computer oder am Smartphone sitzt oder deine Prioritäten woanders als bei deinen Liebsten sind, dann ist dein Leben ärmer. Alles Geld der Welt kauft dir keine glückliche Liebesbeziehung. Liebe ist groß und unendlich und auch unergründlich und du weißt nicht, wie du da beginnen sollst? Weißt du, womit du anfangen kannst? Mit der Liebesbeziehung zu dir selbst. Fang an, dich anzunehmen, so wie du bist. Ja, genauso, wie du jetzt gerade bist. Ja, auch mit der Cellulite, den grauen Haaren und den Pickeln. Mache dir selbst den Hof. Bemühe dich um dich wie um deinen Traumpartner. Ich verrate dir: Wenn du dich wirklich liebst, dir daher Gutes gönnst, dich pflegst und dich mit liebevollen Worten bedenkst und auch mal Blumen kaufst, dann kommt die Liebe auch von außen zu dir geflogen.

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Lieber unperfekt

Wie wäre es mal mit unperfekt?

Der perfekte Tag. Die perfekte Frisur. Die perfekte Torte. Das perfekte Styling. Der perfekte Teint.

Wer strebt nicht danach? Wir werden geradezu von den Medien verführt, alles perfekt haben zu wollen. Perfekt zu sein. Auch die Erziehung spielt da sicher eine Rolle. Fehler werden als besonders schlimm erachtet. Wir haben eine richtige „Such-den-Fehler“-Kultur entwickelt. Egal ob in der Schule, im Beruf oder im Privatleben und Alltag. Wir sind ständig der Kritik ausgesetzt. Daher wäre es doch perfekt, vollkommen perfekt zu sein, oder? Nie wieder Kritik einstecken. Nie wieder schlechte Noten. Nie wieder unglücklich sein. Ja. Wir verbinden mit der Perfektion ein glückliches Leben. „Wenn ich perfekt bin, dann bin ich endlich glücklich. Dann sagt mir keiner mehr, was alles falsch an mir ist.“

Wunsch nach Glück

Aber ist das so? Sind wir glücklich, wenn wir perfekt sind? Sind wir glücklich, wenn keiner mehr rummeckert? Was brauchst du zu deinem Glück? Deine Gesundheit, den Frieden, die Freiheit, die Freude, die Momente, deine Familie, dein Partner, die Kinder, die Natur und den Sinn im Leben, deine Lebensaufgabe. Da jeder einzigartig ist, hat auch jeder eine einzigartige Lebensaufgabe. Stell dir mal vor, alles in deinem Leben wäre auf Hochglanz gestylt. Die Fassade ist perfekt. Du siehst super aus. Dein Haus, deine Kinder, dein Job, dein Partner, dein Auto, dein Garten, alles ist perfekt. Und nicht genug. Auch die Nachbarn, Kollegen, Verwandten und Freunde sind perfekt. Genormt. Wie bei Aldous Huxleys „Brave New World“, wo alle genormt und konditioniert sind und zum Glücklichsein Drogen nehmen („Soma“). Irgendwie unheimlich. Und unecht. Das ist eher wie eine Filmkulisse. Da fehlt das Persönliche, Individuelle und Einzigartige: der „Makel“. Die Definition von Schönheit ist daher auch „Perfektion plus Makel“. Warum also streben wir dann so nach dieser Perfektheit, wenn das gar nicht das Ideal ist? Streben wir doch lieber nach dem Makel, der uns, und nur uns, besonders macht.

Wunsch nach Liebe

Von klein auf werden wir getrimmt, es alles noch besser und besser zu machen. „Sei brav. Sei gut in der Schule. Sei ruhig. Sei artig. Tue das, was wir sagen.“ Wenn wir diese Wünsche erfüllen, wird uns suggeriert, wenn wir uns so verhalten, wie gewünscht, dann und nur dann werden wir geliebt. Also verhalten wir uns lieber so, wie von uns erwartet. Nur so erfüllt sich der Wunsch nach Liebe, denken wir.

„Perfekt“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „vollkommen, vollendet“. Und „Perfekt“ ist Vergangenheit, abgeschlossen, unveränderbar. Wenn alles vollendet ist, gibt es nichts mehr zu verändern. Der Stillstand ist erreicht. Der Zustand ist vollendet. Aber Leben ist Veränderung und Weitermachen.

Wir sind alle vollkommen, genauso wie wir hier auf der Erde sind. Da gibt es nichts zu verbessern oder wegzutrainieren, abzugewöhnen oder anzupassen. Ja. Wir haben jeden Tag die Möglichkeit uns zu verändern und uns tatsächlich zu verbessern. Aber bitte doch nur, wenn wir das selbst so entschieden haben und nicht weil wir unbedingt geliebt werden wollen. Der Wunsch, geliebt zu werden, ist sehr stark in jedem von uns. Genauso groß wie der Wunsch, selber zu lieben. Die Liebe kann aber nicht erkauft oder erpresst werden. Liebe braucht keine Wenn-Sätze. Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. „Wenn du viel lernst und gute Noten hast, dann bekommst du einen Kuss. Dann habe ich dich ganz arg lieb.“ „Wenn du mir hilfst, dann zeigst du mir, dass du mich liebst.“ „Wenn du mir Geld leihst, dann habe ich dich lieb.“ Nein. Stopp. Liebe ist bedingungslos. Liebe ist eine Kraft. Die stärkste im Universum. Vertraue dieser Macht.

Die Liebe zu dir selbst ist der Schlüssel zum Glück

Um dich unabhängig von der Kritik der anderen zu machen, ist der beste Weg, dich selbst zu lieben. Um dich nicht auf irgendwelche Bedingungen einlassen zu müssen auf der Suche nach Liebe, liebe dich erst selbst. Um glücklich zu werden, liebe dich selbst. Ja! Denn die größte und erfüllendste Liebesbeziehung ist die Liebe zu dir selbst. Lerne dich so anzunehmen, wie du jetzt gerade bist. Ja, auch mit Pickeln, Cellulite, Falten, Speckröllchen, dem Hang zur Schokolade und exzessiven Netflixabenden. Deiner etwas chaotischen Art den Haushalt zu führen und den Kleiderbergen auf deinem Bett. Das bist du. Ist das nicht herrlich?

Falls du jetzt denkst, „toll, hört sich ja klasse an, aber mich selbst lieben, das ist eine unlösbare Aufgabe. Ich möchte das ja sehr, sehr gerne, aber …“ Keine Sorge, du musst das gar nicht allein schaffen. Ich unterstütze dich dabei sehr gern mit meinem Glückstraining. Jeder kann sein Glück trainieren. Jeder kann sich selbst lieben lernen. Bist du bereit?

Ninas Glückstraining

 

Der graue Schleier

Das Glück ist nur eine Entscheidung weit entfernt

Es war einmal eine Frau, die trug auf ihrem Kopf jeden Tag einen grauen Schleier. Sie stellte das nie in Frage. Sie trug ihn einfach. Die Welt war für sie grau in grau. Der Alltag verlief immer gleich und war eintönig, langweilig und anstrengend. Sie quälte sich morgens aus dem Bett und erwartete einen weiteren grauen Tag. Freude konnte sie nicht empfinden. Das Glück passierte sowieso nur den anderen. Ihre Kleidung wählte sie in gedeckten Farben. Sie wollte einfach nicht auffallen und auf keinen Fall Neues wagen. Auf dem Weg zur Arbeit war sie schon sehr genervt von all den anderen Menschen, die hektisch und ungeduldig unterwegs waren. Sie träumte gern vom Urlaub oder vom nächsten Wochenende. „Da kann ich endlich mein Leben genießen und glücklich sein.“ Der Schleier dämpfte auch ihre Sinne. Sie war nicht in der Lage geduldig zuzuhören. Das Zuhören an sich fiel ihr sehr schwer. Lieber sprach sie von sich selbst und ihrer Meinung zu allem und wunderte sich, dass die Kollegen ihr wiederum kaum Gehör schenkten oder eine total andere Meinung hatten. Ja, sie ärgerte sich darüber. „Keiner nimmt mich ernst. Keiner beachtet mich. Keiner hört mir zu.“ Auch das Sehen war für die Frau mit dem grauen Schleier schwierig. Nicht, dass sie schlechte Augen gehabt hätte. Nein. Vielmehr konnte sie die Menschen und die Welt um sie herum nicht so wahrnehmen, wie sie wirklich waren. Genau und achtsam hinschauen war ihr nicht möglich. Das Essen schmeckte ihr auch selten. Ja, sie merkte oft gar nicht, was sie da eigentlich zu sich nahm. Richtig genießen konnte sie ihre Nahrung nicht. In der Pause aß sie schnell und auch zu Hause tat sie beim Essen immer viele Dinge gleichzeitig. Social Media checken, Radio hören, Fernseh schauen. Lesen oder telefonieren. „Mein Leben ist so furchtbar. Ich bin so unglücklich. Ich mag meine Arbeit nicht. Ich mag meine Kollegen nicht. Ich mag mein Leben nicht.“ Am Wochenende ging sie shoppen und fühlte sich dann kurzfristig besser. Mit neuen Dekogegenständen für die Wohnung oder neuen Klamotten konnte sie das triste Grau ihres Lebens kurz ausblenden.

Wo bleibt aber das Glück?

„Ich will nicht mehr so leben. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Geht das jetzt bis zum Ende so weiter? Das kann doch nicht alles gewesen sein.“ Eines Tages kam eine andere Frau zu ihr und sagte ihr: „Nimm doch einfach mal den grauen Schleier ab und der Grauschleier über deinem Leben wird verschwinden.“ „Was soll das bringen?“, fragte die Frau. „Na dein Leben wird bunter und lebendiger!“, antwortete die andere Frau. „Ich weiß nicht, ob ich den Schleier ausziehen möchte. Das ist mir dann doch eine zu große Veränderung. Was, wenn ich dann trotzdem nicht glücklich werde?“, entgegnete die Frau. „Mut gehört dazu, sein Leben zu ändern. Bist du mutig genug?“, fragte sie die andere Frau. Sie zögerte, aber ihr Leidensdruck war so groß, dass sie sich schließlich von der anderen Frau helfen ließ, den Schleier zu lüften.

Die Sinne werden geschärft.

Ganz vorsichtig schaute sie sich um. Farben. Düfte. Sonne auf der Haut. Leichter Wind, der ihr durch die Haare strich. Der Himmel war blau und die Wolken sahen so wundervoll aus. Sonnenstrahlen brachen durch die Wolken. Die Vögel sangen. Die Bäume waren saftig grün. Die Blumen knallrot, pink und zitronengelb. Es duftete nach Regen. Und frischem Kaffee. Sie konnte nun den Menschen aufmerksam zuhören und sie wertschätzend wahrnehmen. Da fiel ihr auf, dass der größte Teil der Menschen auch einen Grauschleier trug, unter dem sie die Welt nur gedämpft wahrnehmen konnten. „Kein Wunder, dass wir uns nicht richtig sehen und uns nicht zuhören. Der graue Schleier ist schuld.“, erkannte die Frau. Sie fing an ihr Essen zu genießen und die Geschmäcker achtsam wahrzunehmen. So intensiv hatte sie noch nie ihre Sinne eingesetzt. Sie konnte sich vollkommen spüren und war so dankbar, dass der Grauschleier aus ihrem Leben verschwunden war. Sie konnte sich endlich richtig anschauen und anfangen, sich selbst zu lieben. Enthusiastisch wollte sie nun auch den anderen Menschen erzählen, wie wundervoll und magisch das Leben ohne Grau war. Wie direkt und intensiv. Viele konnte die Frau inspirieren und ermutigen, den grauen Schleier abzunehmen. Aber viele hatte auch Angst vor der Veränderung.

Lebst du noch mit deinem grauen Schleier vor deinem Gesicht? Oder erlebst du schon dein Leben mit all deinen Sinnen? Bist du mutig? Deine Zeit ist jetzt. Du lebst jetzt. Genau in diesem Augenblick. Du entscheidest, ob du den Moment gedämpft wahrnimmst oder in all seiner Magie und all seinen Farben, Düften und Wundern. Das Leben ist wundervoll. Genau jetzt! Du musst nur hinschauen und den Grauschleier wegziehen.

Raum zum Entfalten

Bleibst du in deinem kleinen Topf?

Wer hat alles eine oder mehrere Grünpflanzen im Topf in der Wohnung oder auf dem Balkon? Ich habe da mehrere Exemplare und eine schon wirklich seit vielen Jahren. Anfangs war sie noch klein und in einem kleinen Topf. Sie ist schön gewachsen. Ich habe sie gegossen und gedüngt und sie ab und zu abgeduscht. Irgendwann wuchs sie dann nicht weiter. Sie blieb gesund, aber das Wachstum hatte sie eingestellt. Das war das Signal, das die Pflanze mir sandte: „Es ist Zeit, mich in einen größeren Topf umzutopfen.“ Ich kaufte einen größeren Tontopf mit einem schönen Untersetzer und gab der Pflanze mehr Raum sich zu entfalten. Und schon ein paar Tage später kamen neue Blattriebe. Die Wurzeln hatten die Chance größer und dicker zu werden. Die Pflanze konnte endlich weiter wachsen, sich weiterzuentwickeln. Mit der richtigen Topfgröße, mit guter, nährstoffreicher Erde, Wasser und Liebe kann eine Pflanze wachsen und gedeihen. Wo das Wachstum stockt, ist vielleicht einfach nicht genug Raum und Platz. Da kann die Pflege noch so gut sein. Wenn der Raum zur Entfaltung fehlt, dann können die Wurzeln nicht tiefer und stärker und die Blätter nicht zahlreicher werden. Die Pflanze bleibt klein. Genauso ist es mit der Entfaltung bei den Menschen. Ich bleibe klein, wenn mir der Raum fehlt.

Wenn meine Gedanken in einen engen Raum gesperrt werden, dann ist da kein Platz für kreative, neue und große Ideen.

Viele Menschen bleiben ihr ganzes Leben in Unwissenheit darüber, dass sie jederzeit die Möglichkeit besitzen, sich zu entfalten. Es ist nur der Umzug in einen neuen Topf, in ein neues Denken, erforderlich. Gerade wir Frauen schaffen es sehr gut, uns und unsere Gedankenwelt klein zu halten. „Ich bin nicht so wichtig. Ich halte mich lieber zurück. Das kann ich sowieso nicht. Ich bin unfähig. Das lasse ich lieber. Das ist nichts für mich.“ Kennst du diese Sätze? Hast du davon schon welche gesagt? Also, ich habe solche Aussagen früher sehr gerne und oft benutzt und auch solche Leute angezogen, die mir das bestätigt haben. Ich blieb lieber in meinem kleinen Topf, in meinem Kleindenken und meinem kleinen Leben, in dem ich nicht wirklich glücklich war. Aber ich hielt mich weiterhin klein, denn mir wurde ja ständig gesagt, dass ich sowieso nichts zustande bringen würde. In meiner Umgebung waren alle klüger als ich und wussten es natürlich alle besser, was ich tun solle als ich. Klar, sie wollten weiterhin überlegen sein. Wenn ich in einen größeren Topf umgepflanzt werden würde, größer denken würde, dann könnte ich ihnen ja über den Kopf wachsen. Schlecht. Das wusste ich aber damals natürlich noch nicht. Als ich kurz vor dem absoluten Zusammenbruch stand, die Grünpflanze fast resigniert hatte, da kam langsam die Wende. Der Lebenswille ist dann doch größer als die Angst gewesen, nicht weiter wachsen zu können.

Wachsen, sich weiterentwickeln, Neues erfahren und lernen, nicht stillzustehen war mir wichtiger.

Nach und nach pflanzte ich mich in einen größeren Topf und, oh Wunder, die Triebe und die Wurzeln wurden größer und stärker. Die Pflanze wuchs und bekam immer neue Triebe. Wurde höher und kräftiger. Viele Menschen ließ ich auf diesem Weg zurück. Ich wurde zu groß. Dafür gesellten sich neue Menschen dazu, die auch größer werden wollten. Die sich nicht aufhalten lassen wollten in ihrem Wachstum.

Schon Kindern sollte man genug Raum zur Entfaltung geben. Wenn ich als Mutter mein Kind behüte und beschütze, es versorge und ernähre, dann kann es wachsen und gesund bleiben. Aber von Zeit zu Zeit sollte ich es in die nächste Entwicklungsstufe entlassen, es größer und stärker werden lassen und es bestärken, seinen eigenen Weg zu gehen. Wenn ich schon mein Kind kleinhalte, ihm nichts zutraue und es lieber in der Sicherheit des kleinen Topfes sehe, dann ist später das Großdenken sehr schwer. Kinder haben große Träume, die unterstützt werden sollten. Wie oft habe ich früher gehört: „Das ist brotlos, was du dir wünschst. Nur ganz wenige können das erreichen. Du gehörst bestimmt nicht dazu. Lass das lieber. Mach lieber was anderes, Kleineres…Das ist sicherer.“

Ich werde weiterhin wachsen und mich nicht mehr so leicht wie früher aufhalten lassen. Ich möchte ein großer Baum werden mit dicken und starken Wurzeln und einer hohen Krone.

 

Auferstehung und Leben

Das Leben blüht

Ich habe auf meinem Balkon schon seit einigen Jahren einen Lavendel im Topf. Jedes Frühjahr ist er wieder ausgetrieben und hat wundervoll geblüht. Diesen Winter sah der Lavendel aber richtig tot aus. Nur noch verholzte Triebe. Kein Grün. Ich war schon drauf und dran den Lavendel der Biotonne zu übergeben. Irgendetwas hielt mich aber davon ab. Und tatsächlich, seit ein paar Tagen kommt wieder Grün zum Vorschein und wird immer größer und mehr. Ich habe es nicht glauben können, dass das, was tot erscheint, lebendig ist und wieder austreibt und sich vermehrt. So wie Thomas, der nur an die Auferstehung Jesu glauben konnte, wenn er mit seinen Händen die Wunden Christi berührt. Wir feiern an Ostern das Fest der Auferstehung Christi. Er war tot und wurde betrauert. Aber er ist wieder auferstanden.

Das Leben geht weiter

Das Osterfest war ursprünglich wohl ein heidnisch-germanisches Fruchtbarkeitsfest zu Ehren der Göttin der Morgenröte. Die hieß eventuell „Ostara“. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Leider hinterließen uns die Germanen kaum schriftliche Zeugnisse, so wie zum Beispiel die Römer. Die germanischen Stämme benutzten ihre Schrift, die sogenannten „Runen“, eher für Zauber- und Bannsprüche als für Privates oder Geschäftliches. Runen finden sich zum Beispiel auf Waffen, um sie unbesiegbar zu machen. Die Römer haben ihre Schrift so verwendet, wie wir das heute tun. Sie schrieben Verträge, Gesetze, Briefe, Bücher, Sachtexte, Historisches, Philosophisches, Biografien, Religiöses, Theaterstücke, Gedichte und mehr. Die Germanen gaben ihre Traditionen mündlich weiter. Verträge wurden mit dem Hammer oder einem Handschlag gültig. Auf dem Thing wurden Urteile gefällt und Entscheidungen getroffen. Daher ist die Herkunft des Namens „Ostern“ nur Spekulation für die Forscher. Das heidnische Fest des Frühlings war als Fest der Fruchtbarkeit und des Wiederauflebens der Natur nach dem dunklen und kalten Winter gedacht. Nicht umsonst ist Grün die Farbe der Hoffnung, der Heilung und des Lebens.

Das Leben ist fruchtbar

Warum schenken wir uns zu Ostern eigentlich keine Schoko-Kreuze oder Schokobrote? Wir schenken uns vielmehr Schoko-Hasen und Eier. Warum? Was hat das mit Jesus zu tun? Erstmal gar nichts, aber auch alles. Im Frühling lebt die Natur wieder auf. Was tot erscheint, grünt und blüht wieder. Hasen und Eier sind uralte Fruchtbarkeitssymbole. Wir feiern die Auferstehung des Lebens. Auch schon die Germanen feierten zum Frühlingsbeginn Fruchtbarkeitsfeste. Ostern ist nicht wie Weihnachten immer am selben Tag im Jahr, sondern richtet sich nach dem Mondkalender. Der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond ist dann der Ostersonntag. Nur dieses Jahr , 2019, gab es eine Ausnahme, die auf komplizierte Rechnungen zurückzuführen ist, die ich nicht ganz verstehe. Eigentlich war an Karfreitag schon der zweite Frühlingsvollmond.

Feiere das Leben

Ostern, Fruchtbarkeit und Jesu Auferstehung von den Toten passt also sehr gut zusammen. Wir feiern das Leben an sich. Den Kreislauf von Werden und Vergehen. Die Hoffnung, dass nach einer dunklen Nacht, die Morgenröte zu sehen ist und einen neuen wunderbaren Tag des Lebens verheißt. Auch wenn man stirbt, bleibt etwas zurück. Die Energie, im physikalischen Sinne, kann nicht verloren gehen. Zudem bleiben die Taten und die Worte der Menschen erhalten. Frage dich: „Was bleibt von mir zurück? Welche Taten und Worte bleiben in Erinnerung? Was möchte ich der Welt hinterlassen?“ Wir erinnern uns der Worte und Taten Christi und geben sie weiter.

Glaube an deine Kraft und deine Macht. Du kannst die Welt mit deinen Taten und Worten verändern.

„Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ans Meer!, und er würde euch gehorchen.“ Lukas 17, 6

Oft ist der Glaube schwer. Heute verlangt man, wie Thomas, nach Beweisen. Mein Lavendel wächst wieder. Der Wald wird wieder grün. Die Sonne geht wieder auf. Das sind die Beweise. Aber glaube schon, bevor du es siehst. Glaube an deine Macht, deinen Erfolg und an dich selbst. Du bist die Schöpferin deines Lebens.

„Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Markus 9, 23

 

 

Gib deinen Gefühlen Raum

Keine rosarote Brille

Ein glückliches Leben bedeutet nicht, immer lächelnd, wie auf Drogen, durchs Leben zu laufen und alles ständig durch die rosarote Brille zu betrachten. Es bedeutet nicht, keinen Ärger, keine schlechte Laune und keine Wut in sich zu haben. Jedes Gefühl ist erlaubt und sogar dringend erforderlich für ein glückliches Leben. Du spielst auch nicht immer nur eine Taste auf dem Klavier und nennst das „Musik“. Ich habe auch nicht nur ein einziges Gefühl (immer lächelnd) und nenne es dann Leben. Ich lasse meine Gefühle raus. Ich staue sie nicht an oder unterdrücke sie. Ich gebe den Gefühlen immer ein Ventil. Dann verraucht auch der Ärger schnell und die schlechte Laune ist auch wieder rasch vorbei.

Ein glückliches Leben zu führen, heißt, zu sich selbst zu einhundert Prozent stehen.

Sich bedingungslos anzunehmen mit allen Launen. Sich selbst erkennen. Ich will kein künstliches Ich kreieren, das mir in keinster Weise entspricht. Ich will mich spüren und authentisch sein. Und wenn ich Ärger fühle, dann lasse ich ihn zu. Genauso natürlich, wenn ich Freude fühle. Dann darf ich das zeigen. Ich will Höhen und Tiefen erleben. Wenn ich mir sagen würde: „Ich bin ja Glückstrainerin. Ich muss immer glücklich sein oder wenigstens so tun… Ich muss immer lächeln und zufrieden sein. Smile, smile, smile.“ Also, wenn ich das sagen würde, dann wäre ich nicht ehrlich. Nicht glaubwürdig. Das würde ich mir selbst nicht glauben. Kein Mensch hat jeden Tag ein und dieselbe Laune. Das Leben ist eine Achterbahn. Lass alles zu. Verdränge nichts. Lass alles raus, bevor es dich von innen vergiftet. Ärger dich. Schrei. Heule. Dann geht auch diese Laune vorbei. Du kannst sagen: „Ich habe es rausgelassen und es gespürt. Mich gespürt. Nun ist mein Kopf wieder klar.“ Ich finde danach immer einen Weg, wie es weitergehen kann.

Ich bin immer Ich. Vollkommen.

Ich entspreche nicht den Erwartungen anderer. Ich verhalte mich nicht so, wie andere es vielleicht von mir erwarten. Ich bin frei. Ich verhalte mich, wie ich mich fühle und fühle mich dadurch. Klar, einige werden sagen: „Wie kannst du nur!“ Aber ich liebe mich und nehme mich so an, wie ich gerade bin. Wenn etwas nicht so läuft, wie ich mir das eigentlich gewünscht habe, dann war ich nicht klar genug. Die Lösung: Ich zeige beim nächsten Mal mehr Klarheit. Ich erschaffe mir mein Leben. Genau wie du. Das bedeutet, ein glückliches Leben zu führen.

Ich gehe weiter. Ich verharre nicht an einer Stelle.

Ich öffne eine andere Tür, ändere die Route, wähle einen anderen Weg. „Ok. Wo gehe ich jetzt lang? Wie geht’s jetzt weiter? Was kann ich jetzt machen? Was kann ich anders machen?“ Das sind die Fragen, die ich mir stelle. Ich fühle mich nicht mehr ohnmächtig. Ich habe es in der Hand. Ich habe die Macht. Ich habe die Krone auf. Ich treffe die Entscheidungen. Das bedeutet es, ein glückliches Leben zu führen. Erst wenn du die Macht, die Entscheidungsgewalt, deine Krone abgibst und dich als hilfloser Spielball der anderen fühlst, dann wirst du unglücklich.

Ein glückliches Leben führen, heißt, immer einen Ausweg zu sehen. Nie aufzugeben. Nie stehenzubleiben und dauerhaft zu jammern, wie schlecht alles läuft und wer alles daran Schuld hat. Glücklich sein, bedeutet, sich weiterzuentwickeln, sich zu verändern, im Flow des Lebens zu sein. Sich neugierig auf alles einzulassen, auch auf die schwierigen Augenblicke, und bedingungslose Liebe zu fühlen. Verbundenheit. Zusammengehörigkeit. Harmonie. Das ist Glück.